Die Michaelis Kirchweih in FürthDie größte Straßenkirchweih Süddeutschlands
Königin der fränkischen Kirchweihen wird die größte Frankens genannt, die alljährlich im Oktober in Fürth stattfindet und mit Buden und Karussells lockt.
Die Michaelis Kirchweih in Fürth geht zurück auf den Tag der Einweihung der fertig gestellten St. Michaelis Kirche. Die Kirchenweihe fand am Namenstag des Schutzpatrons, St. Michael statt, also am 29. September. An diesem Tag, sofern dieser Tag ein Samstag ist, oder am darauf folgenden Samstag beginnt sie. Als Straßenkirchweih ist sie konzipiert und belegt mit ihren Buden und Karussells die gesamte Innenstadt, die während dieser Zeit für den Autoverkehr gesperrt bleibt. Von der Fürther Freiheit bis zum Rathaus erstreckt sich das Fest und gibt ihm das besondere Flair. Ein Bierzelt sucht man übrigens vergeblich: Wer nicht an den Buden essen will, weicht auf die zahlreichen Gasthäuser aus und kehrt ein. Um die 1,5 Millionen Besucher kommen jährlich. In der Stadt herrscht ein Ausnahmezustand, der auch „die fünfte Jahreszeit“ genannt wird. Eröffnet wird die historisch gewachsene Kirchweih am Samstag mit Böllerschüssen im Wiesengrund am Karlsteg und auf dem Theatervorplatz zapft der Bürgermeister ein Bierfass an. Freibier wird verteilt. Vom Fürther Rathausturm erschallen Eröffnungsfanfaren aus Posaunen. Am Abend gibt es traditionell ein buntes Eröffnungsfeuerwerk der Schausteller auf der Fürther Freiheit. Süßigkeiten und Deftiges an den StändenAn den zahllosen Buden kann verkostet werden: Baumstamm zum Beispiel, eine hiesige Köstlichkeit aus Waffeln, Schokolade verschiedenen Buttercremes. Magenbrot ist aus Lebkuchenteig hergestellt und tut aufgrund der darin enthaltenen Gewürze tatsächlich dem Magen gut. Auch Lebkuchenherzen mit sinnigen Sprüchen sind zu haben: „Mei Waggerla“ steht auf einem zu lesen, „Mei Scheißerla“ auf einem anderen. Liebesäpfel, Kokoswürfel, gebrannte Mandeln, Puffreis, für süße Leckermäuler gibt es allerhand zu entdecken. Wer eher in der bodenständigen Küche zu Hause ist, sollte während des Kirchweihbummels Ochs am Spieß versuchen oder Baggers (Reibekuchen). Doch hier sind nicht nur heimische Spezialitäten erhältlich wie etwa die Fürther Bratwurst, auch aus nordischen Gefilden lässt sich einiges probieren: Backfisch und Sardinen zum Beispiel. Fränkische Biere, Federweißer (junger Wein) oder Schnäpse vervollständigen das Angebot an den Buden. Karussells und VerkaufsständeDie besondere Mischung ist das Anziehende an dieser Kirchweih: Riesenrad neben Bratwurstbude, Achterbahn neben Porzellanstand, Autoscooter neben Losbude. Schausteller und Händler wechseln einander ab. Ein Marktschreier preist ein neues Lackpflegemittel fürs Auto an, Aal-Uwe ist bereits heiser und packt drei Fische zum Preis von einem in die Tüte. Ein Schnäppchen. Auch nebenan wird angepriesen, was das Zeug hält: Yuccapalmen, Hosenträger, Südtiroler Schinken, Lederhosen. Der „Billige Jakob“ ist ein Stand mit Kultstatus und eine Institution. Viele kommen hierher, um den ausufernden Geschichten und Witzen, mit denen er seine Waren anpreist, zu lauschen. Eine Strumpfhose mit extra breitem Zwickel geht über den Ladentisch. ErntedankfestzugDer traditionelle Festzug ist ein echter Publikumsmagnet und Höhepunkt der „Färder Kärwa“, wie sie auf Fränkisch heißt. Über 3.000 Beteiligte ziehen auf festlich geschmückten Wagen oder zu Fuß durch die Straßen. Tausende säumen den Zug und sehen zu. Durch die Straßen ziehen Kapellen und Spielmannszüge genauso wie zahllose festlich geschmückte Wägen und die mit Gemüse verzierte Kutsche der Erntekönigin. Verschiedene Folklore- und Trachtengruppen treten auf, und viele Vereine und Gesellschaften zeigen ihr Können und Brauchtum. Inzwischen ist der Kärwazug so berühmt, dass er sogar live im Bayerischen Fernsehen übertragen wird. Am gleichen Tag findet der so genannte Bauernsonntag statt, an dem die Geschäfte in der Stadt geöffnet haben. Das Ende naht nach 13 Tagen Dauervolksfest mit einem fulminanten Feuerwerk über den Wiesen am Ulmenweg. Im Internet gibt es weitere Informationen über die Michaeliskirchweih und die Stadt Fürth.
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